Einige meiner Lieblingsgedichte

 

Leseproben aus dem Buch JUNGE LYRIK:

 

DIE LYRIK

Mit Tönen so weise,
warmherzig ganz leise,
spricht sie zu Dir;
kritisch
widersprüchlich, verrückt,
aberwitzig, entrückt,
schelmisch-augenzwinkernd,
bezaubernd, romantisch,
betörend,
beschwörend,
verheißend -
ironisch pointiert,
mit feinstem Hintersinn garniert,
mitreißend -
scharfzüngig und bissig serviert,
phantastisch - garantiert ...

(form)vollendet!
- Die Lyrik

RÄTSELHAFT

Ich bin so weit
über Jedes Ziel hinausgeflogen
so weit,
weiter als jeder Horizont.

Im Strudel gefangen,
Schwindel erregt,
Freiheit wollte ich haben,
Sucht hab ich gekriegt.

Vom Frieden so lange gesprochen,
dabei mich Stück für Stück zerrissen.
Verloren in mir, ich weiß nichts mehr,
was war eigentlich mein Ziel?

Kathrin Anders

ARMES ISRAEL

Wenn einer Jahrtausende lang geschlagen wird
Unschuldig!
Dann schlägt er irgendwann selber zu
Dann, wenn er selber endlich in Ruhe gelassen wird;
Und er trifft dabei
Einen Unschuldigen

Patrik Joisten

WIND

Ein Windzug bahnt sich seinen Weg
Vom Meer getrieben.
Er durchwandert die Dünen,
Hebt den Sand ganz leise von hier
Nach dort.
Keiner bemerkt es.
Er verändert es.
Er verändert die Landschaft
Mit jedem neuen Hauch.
Der Strandhafer weicht ihm,
Widerstandslos.
Trotz seiner Macht,
Missbraucht er diese nur selten.
Viel lieber weht er sanft umher,
Versetzt alles zum Leben.
Ohne Wind
Verlör' das Meer,
Der Sand,
Das Ganze,
Sein Leben -
Sein Leben
In unserem Auge.
Stört dich das Sandkorn im Auge?

Tobias Seitz

FÜR SEKUNDEN VERLIEBT

In jedem fallenden Blatt
Dein Bild
Verunsicherung

Was tust Du mir -
Mein Herz hat sein zu Hause vergessen scheint mir
Wie ein neugieriges Kind
das alles wissen will
drängt es zu Dir
wo soviel Wärme
soviel Sonne scheint

Wer bist Du?
Was machst Du mit mir?
Warum stehst Du mir im Weg?

Daniela Anna Frickel

EINSAMKEIT

Einsamkeit, mitten unter Menschen
gerade dort
wo man geliebt wird,
und am Stärksten dort
wo man selber liebt

Stefanie Otten

Die nächsten zwei, sind ein Geschenk von Moonlight

WIE EINE PUPPE  

Wie eine Puppe, mit der man alles macht

Nur ein Wimpernschlag, und da. Sie lacht.

Wie eine Puppe, die doch so sehr entzückt,

die man knuddelt, dann in die Ecke drückt.

Wie eine Puppe, die man einfach herzt,

doch ohne zu sehen, dass sie was schmerzt.

Wie eine Puppe, mit der man gern spielt,

solange das Püppchen nett ist, nicht schielt.

Wie eine Puppe die man einfach vergisst,

weil doch im Leben so vieles im Leben wichtiger ist.

 Wie eine Puppe, die man einfach benutzt,

 die man wegwirft, wenn sie beschmutzt.

 Wie eine Puppe – nein nicht mehr mit mir,

 es ist vorbei – suche dir ein Kuscheltier!

 Denn Puppen sind zerbrechlich! 

 © by Moonlight Hexenmond@gmx.de

AUGENBLICKE

In deinen Blicken verfangen,

rennt die Zeit plötzlich zu schnell.

In den Gedanken gehangen,

wird die Nacht auf einmal so hell.

Tausend kleine Funkellichter,

strahlen für diesen einen Moment.

Ungezählter prickelnder Schauer,

über meinen Nacken nun rennt.

In deinen Armen will ich fliegen,

will heute einfach was riskieren.

Ich weiss ich werde unterliegen,

werde damit jetzt alles ruinieren.

Für einen winzigen Augenblick,

scheinbaren Glücks – mit dir!

© by Moonlight Hexenmond@gmx.de

WAS ES IST

Es ist Unsinn, sagt die Vernunft.
Es ist, was es ist, sagt die Liebe.
Es ist Unglück, sagt die Berechnung.
Es ist nichts als Schmerz, sagt die Angst.
Es ist aussichtslos, sagt die Einsicht.
Es ist, was es ist, sagt die Liebe.
Es ist lächerlich, sagt der Stolz.
Es ist leichtsinnig, sagt die Vorsicht.
Es ist unmöglich, sagt die Erfahrung.
Es ist, was es ist, sagt die Liebe.

 

GRENZE DER VERZWEIFLUNG

Ich habe Dich so lieb
dass ich nicht mehr weiß
ob ich Dich so lieb habe
oder ob ich mich fürchte

ob ich mich fürchte zu sehen
was ohne Dich
von meinem Leben
noch am Leben bliebe

Wozu mich noch waschen
wozu noch gesund werden wollen
wozu noch neugierig sein
wozu noch schreiben
wozu noch helfen wollen
wozu aus den Strähnen von Lügen
und Gräueln noch Wahrheit ausstrählen
ohne Dich

Vielleicht doch weil es Dich gibt
und weil es noch Menschen
wie Dich geben wird
und das auch ohne mich

NUR  NICHT

Das Leben
wäre
vielleicht einfacher
wenn ich dich
gar nicht getroffen hätte

Weniger Trauer
jedes Mal
wenn wir uns trennen müssen
weniger Angst
vor der nächsten
und übernächsten Trennung

Und auch nicht soviel
von dieser machtlosen Sehnsucht
wenn du nicht da bist
die nur das Unmögliche will
und das sofort
im nächsten Augenblick
und die dann
weil es nicht sein kann
betroffen ist
und schwer atmet

Das Leben
wäre vielleicht
einfacher
wenn ich dich
nicht getroffen hätte
Es wäre nur nicht
mein Leben

 

Musstet ihr auch in der Schule Balladen lernen?

ich habe sie geliebt...hier habe ich einige für euch aufgeschrieben.